
Die in der Ukraine geborene Geigerin Diana Tishchenko gilt als eine der faszinierendsten und vielseitigsten Künstlerinnen der heutigen klassischen Musikszene. Sie wird für die Tiefe, Fantasie und stilistische Bandbreite ihrer Interpretationen gefeiert. Besonders geschätzt wird sie für ihre enge Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Komponisten, von denen viele ihr Werke gewidmet haben.
Im Jahr 2018 gewann Tishchenko den Grand Prix beim Long-Thibaud-Crespin Internationalen Wettbewerb in Paris unter dem Vorsitz von Renaud Capuçon. 2023 wurde sie vom französischen Kulturministerium zum Chevalier des Ordre des Arts et des Lettres ernannt – eine Auszeichnung für ihren herausragenden Beitrag zur Kunst. Nach ihrer Ernennung zur ECHO Rising Star trat sie in der Saison 2022/23 in 20 der führenden Konzertsäle Europas auf, darunter die Elbphilharmonie Hamburg, die Philharmonie de Paris, das Concertgebouw Amsterdam, die Philharmonie Luxembourg und das Wiener Konzerthaus.
Tishchenko begann ihre internationale Karriere bereits in jungen Jahren. Mit 18 Jahren trat sie dem Gustav Mahler Jugendorchester bei und wurde zwei Jahre später dessen jüngste Konzertmeisterin in der Geschichte. Dabei arbeitete sie mit legendären Dirigenten wie Sir Colin Davis, Franz Welser-Möst, Herbert Blomstedt, Antonio Pappano und Daniele Gatti zusammen. Diese prägende Erfahrung zeigte ihre außergewöhnliche musikalische Reife und legte den Grundstein für ihre internationale Laufbahn.
Seither trat sie mit führenden Orchestern und Dirigenten auf, darunter Iván Fischer, Lahav Shani, Andrew Litton und Joshua Weilerstein, und arbeitete mit Ensembles wie dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, dem Orchestre National d’Île-de-France, den Berlin Baroque Soloists, dem Orchestre Philharmonique de Strasbourg und dem Budapest Festival Orchestra zusammen. Zu ihren Festivalauftritten zählen das Rheingau Musik Festival, das Schleswig-Holstein Musik Festival, La Folle Journée (Nantes und Tokio), das Jerusalem Chamber Music Festival sowie das Pablo Casals Festival in Prades.
Geboren in Simferopol, begann Tishchenko ihren Violinunterricht bei ihrer Tante, bevor sie ihre Ausbildung an der Spezialmusikschule für hochbegabte Kinder in Kiew fortsetzte. Sie absolvierte ihr Bachelor- und Masterstudium bei Ulf Wallin an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin, wo sie später auch als seine Assistentin tätig war, und setzte ihre Studien bei Boris Kuschnir an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz fort. Zudem wurde sie maßgeblich von Gidon Kremer sowie den Pianisten Sir András Schiff, Rita Wagner und Ferenc Rados geprägt.
Ihr Debütalbum Strangers in PARadISe (Warner Classics, 2019), aufgenommen mit dem Pianisten Zoltán Fejérvári, erhielt große Anerkennung der Kritik. Das BBC Music Magazine vergab fünf Sterne, Gramophone lobte ihre „wirklich unverwechselbare, individuelle Stimme“ sowie die „Schönheit des Tons, die technische Perfektion und die Vielfalt der Klangfarben“ , während Le Figaro es als „ein Album, das die erstaunliche Reife der Künstlerin bestätigt“ , würdigte.
Tief in sozialen und kulturellen Initiativen engagiert, spielte Tishchenko Vivaldis Vier Jahreszeiten mit dem European Union Youth Orchestra im Rahmen des Umweltprojekts The Uncertain Four Seasons des World Human Forum, das live auf ARTE übertragen und beim Prague Film Festival als „Best Filmed Concert of 2022“ ausgezeichnet wurde. Seit Beginn des Krieges in der Ukraine widmet sie sich zahlreichen Benefizkonzerten in ganz Europa, unter anderem im Concertgebouw Amsterdam, in der Opéra de Bordeaux, der Opéra de Nice, der Philharmonie Berlin sowie beim G7-Gipfel in Bonn.
Zu den Höhepunkten der Saison 2025/26 zählen ihre Rückkehr zum Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, Auftritte mit dem Gulbenkian Orchestra in Lissabon, Berner Symphoniker, Konzerte in der Elbphilharmonie Hamburg und im Konzerthaus Berlin mit Iván Fischer sowie Engagements bei bedeutenden Festivals wie dem West Cork Chamber Music Festival.
Derzeit lebt Diana Tishchenko in Berlin, besitzt die ukrainische und deutsche Staatsbürgerschaft und bringt ihr reiches kulturelles Erbe weiterhin einem internationalen Publikum nahe.